Frage von MM Emily: Was kann man noch tun bei Alzheimer im fortgeschrittenen Zustand?
Meine Schwester hat Alzheimer offenbar relativ jung bekommen. Die Diagnose erfolgte, als sie 59 war, jetzt ist sie 60 Jahre alt, und man hat den Eindruck, dass es immer schneller bergab geht. Sie bekommt mittlerweile Reminyl 24 (vorher 16) und irgendwie scheint es, als ob die Tabletten nicht anschlagen; allerdings ist das schwer zu beurteilen, weil man ja nicht weiß, wie es ohne wäre. Jedenfalls gibt es mehrere Probleme, mit denen eine Familie schnell überfordert sein kann: erstens, man versteht sie nicht mehr oder kaum mehr. D.h. vor kurzer Zeit konnte man sich mit etwas Phantasie noch einen Reim darauf machen, was sie ungefähr will. Mittlerweile geht auch das nicht mehr. das komische ist, dass sie manchmal recht gut “drauf” ist und manchmal gibt es dann auch die Tage, wo sie absolut verwirrt ist. Zweitens, der hygienische Zustand. Leider wäscht sie sich nicht mehr. Man bekommt sie mit nur viel Mühe dahin, sich mal zu waschen, was zu einem absolut unerträglichen Geruch führt. Auch der Gang zur Toilette scheint nicht mehr mit Toilettenpapier als Hygienartikel “danach” verbunden zu sein.Noch findet sie zwar den Weg nach Hause, aber sie erkennt zuweilen ihre eigene Wohnung nicht mehr. Die Verwandten erkennt sie noch. Dennoch drängt sich mir der Eindruck auf, dass sie immer weiter abgleitet und die Medikamente offenbar kaum etwas bringen. Hat hier jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und vielleicht ein paar gute Tips?
Erst mal ein herzliches Dankeschön für die vielen mitfühlenden Kommentare.Man steht eigentlich als Angehöriger ständig in einem Gewissenskonflikt.Ja, ein Heim o.ä. wäre das beste,aber das eigene Zuhause,das zugegebenermaßen immer weniger als solches erkannt wird,ist noch der letzte Haltepunkt in einem Leben.Mein Gott, es ist wirklich grauenhaft. meine Schwester war mal humorvoll, intelligent, man konnte mit ihr über alles reden, sie war offen,kontaktfreudig,ein Typ, mit dem man Pferde stehlen konnte, ein ungewöhnlicher Mensch. Das sag ich nicht,weil ich irgendwelche Denkmale setzen will. Sie war wirklich so. Und nun erlebt man täglich,wie genau der gleiche Mensch in sich zusammenfällt, wie eine Pflanze durch einen Pilz zerstört wird, man erlebt, wie die eigenen Eltern mit der Situation zunehmend weniger klarkommen, die selbst grundgute Menschen sind und einen ruhiges Leben verdient hätten, zusehen müssen, wie ihr eigenes Kind zerstört wird durch eine der übelsten Krankheiten,die es gib
Beste Antwort:
Answer by Petra01
Leider kann ich dir keine Tipps geben, aber ich kann dir zumindest nachempfinden, was du durchmachst. Meine Mutter ist in einem ähnlichen Zustand, aber da gibt es eben noch meinen Vater, der auf alles aufpasst.
Ich weiß nicht recht, was du jetzt machen kannst. Es kommt ja auch auf die finanziellen Möglichkeiten an. Du kannst, das Einverständnis deiner Schwester vorausgesetzt, versuchen, sie in einem “Betreuten Wohnen” unterzubringen. Oder einen Pflegedienst beauftragen, der 2 Mal am Tag nach ihr sieht. Versuche, in einem lichten Moment mit ihr zu sprechen, setze ihr auseinander, was dich bewegt, vielleicht kommt ihr ja zu einem Schluss.
Viel Glück!
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